Wie geht es dir mit der Planung, wenn du mit der ganzen Familie auf Reisen gehst? Überlegst du dir auch jedes Mal auf’s Neue, ob eine Reiseplanung mit Kindern überhaupt Sinn macht? Die Blogparade auf Urs‘ Philippinen Blog zum Thema Reiseplanung hat mich dazu inspiriert einen Beitrag darüber zu schreiben.

Wie läuft deine Reiseplanung mit Kindern?

Gehörst du zum Typ „Perfektionist/in in allen Planungsstadien“ oder bist du eher der Typ „Augen zu und durch“? Ich tendiere ja eher zu Ersterem, aber mit zwei Kleinkindern erkennt man schnell, dass zu viel Perfektionismus einfach  keinen Sinn macht, weil sowieso alles anders kommt, als man denkt.
Ziel ist es, ein gutes Gefühl beim Reisestart zu haben. Nach wie vielen Stunden der Planung das bei dir Eintritt kann ich dir leider nicht verraten, aber ich gebe dir meine Tipps, die mir zu einem guten Gefühl zum Urlaubsbeginn verhelfen.

1. Die Qual der Wahl des Reiseziels

Auch wenn es noch so simpel und „eh klar“ erscheint, das Reiseziel ist ein entscheidender Faktor für deinen Wohlfühlindex. Lass dich nicht beirren, wenn Freunde den perfekten Familienurlaub auf dem Bauernhof im Nachbarland verbringen und andere wiederum drei Wochen Rucksackurlaub in Thailand mit Sack und Pack verbringen. Dein ideales Ziel kann irgendwo dazwischen liegen. Entscheide selber und lass dich von den ganzen Angeboten und schönen Erzählungen nicht in die Enge treiben. Wenn Du vorher kein Typ für Rucksackurlaub warst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ausgerechnet jetzt mit Kindern damit dein Glück findest, wohl eher gering.
Achte darauf, dass das Ziel den Bedürfnissen aller gerecht wird. Je nachdem wie alt deine Kinder sind, haben sie auch mehr oder weniger Wünsche an den Urlaub. Diese komplett zu missachten, vermiest dir diese schöne Zeit genauso wie ihnen.

2. Stay or Go

Einfach Füsse von sich strecken und die Zeit genießen – haha 😉 wir sprechen von Urlaub mit Kindern.  Oder doch lieber aktiv durch den Urlaub? Wozu tendierst du?
Wenn du eine Kombination aus beidem möchtest, wäre ein gut gelegenes Hotel, Apartment oder ein Campingplatz ideal. Kombiniert mit einem Mietwagen stehen dir Flexibilität und eine konstante Wohnumgebung zur Verfügung. Manche Hotels oder Ferienanlagen bieten auch einen Babysitterservice oder Kinderbetreuung für ältere Kinder an. Dann hast du vielleicht doch noch eine Chance, die Füsse von dir zu strecken und ein paar Stunden einfach nur zu relaxen.
Wir lieben die Flexibilität, die wir mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen haben. So haben wir und vor allem die Kinder immer dieselbe Schlaf- und Wohnumgebung und sind trotzdem super flexibel.

Egal ob Mietauto oder Camper / Wohnmobil zur Miete, die Buchung solltest du immer über einen deutschen Veranstalter vornehmen. Somit erhältst Du auch eine realistische Versicherungsabsicherung. Wir waren kurz davor einen Camper direkt in den USA zu mieten, haben dann zum Glück doch die Finger davon gelassen, da die maximale Haftpflichtsumme der Versicherung bei 5000 $ lag.
Aus meinen Wohnmobilerfahrungen hab ich hier eine Liste zusammen gestellt, die deine Packliste erweitert, wenn du im Urlaub auf Campingplätzen übernachtest.

3. Das Land entdecken – Rundreisen

Wir lieben Rundreisen und damit auch die Flexibilität, die damit einhergeht. Doch trotz Flexibilität ist ein Mindestmaß an Planung unumgänglich. Wie viel Zeit steht Dir zur Verfügung? Wie viel Stunden möchtest du maximal täglich an Fahrzeit zurück legen? Das sind die zwei Kernfaktoren, die deine Route beeinflussen. Gerade Kleinkinder werden ganz schnell zu tickenden Zeitbomben, wenn die Fahrt zu lange dauert. Um dir und ihnen den Stress zu ersparen, plane Fahrzeiten, die du aus Erfahrung deinen Kindern zumuten kannst. Falls deine Kids noch tagsüber schlafen, lassen sich die Fahrzeiten gut mit den Schlafenszeiten kombinieren, um das ganze etwas zu entspannen.
Plane deine Etappenziele so, dass abwechselnd für jeden was dabei ist. Spielplatz, Sightseeing, Baden, Wandern… Am besten so abwechslungsreich wie möglich, um alle bei Laune zu halten – das ist das Wichtigste 🙂

4. Ausflugsziele

Ganz ehrlich, das ist der schwierigste Punkt der Reiseplanung für mich, seit wir mit Kindern unterwegs sind. Die Kleinen wollen auch auf ihre Kosten kommen. Es ist wichtig, die Ziele so zu wählen, dass nach einem Erwachsenen-Sightseeing zum Beispiel ein Spielplatz in der Nähe ist oder nach einem City Trip ein Zoo- oder Erlebnispark dran ist. Schau am besten vorher, ob es Alternativen gibt, damit du kurzfristig umplanen kannst. Ungeplant kommt oft, gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist. Findest Du nicht?

Wie aber gute Plätze finden, die für Kinder geeignet sind? Reiseführer sind hier meistens nicht sehr hilfreich, da sie nicht auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet sind. Im Internet kannst du dir mühsam die einzelnen Webseiten der Plätze ansehen, die du besuchen möchtest. Ist aber ein ewiger Aufwand, wie ich selbst schon oft feststellen musste. Da ich bei meinen Planungen keine befriedigende Lösung gefunden habe, hat mich das dazu inspiriert dastoa ins Leben zu rufen. Hier sollten sich weltweit gute und erprobte Plätze für Kinder sammeln. Je besser die Datenbank gefüllt wird, umso schneller findest du hier dann tolle Ausflugsziele für deine Reise. So, das war jetzt zwar ein wenig Eigenwerbung, aber letztendlich ein entscheidender Punkt in der Reiseplanung mit Kindern.

5. Flüge

Sind die Kinder ruhig während des Flugs? Läuft alles gut? Haben sie Ohrenschmerzen? Hast du an alles gedacht? Oberste Regel: Keine Angst, bleib cool! Kinder merken sehr schnell, wenn du dich unwohl fühlst. Du überträgst die Unruhe auf sie und erschaffst dir damit quasi deine selbsterfüllende Prophezeiung. Ganz nach dem Motto, „ich wusste ja, dass der Flug ein Desaster wird.“
Sprich mal mit anderen Eltern, die mit ihren Kindern geflogen sind. Ich hab ehrlich gesagt noch keine/n einzige/n gehört, der aus eigener Erfahrung gesagt hat, der Flug mit den eigenen Kindern war furchtbar.

Sei realistisch mit deinen Erwartungen! Wenn du mit einem Baby oder Kleinkind fliegst, dann wird es weinen. Na und? Zu Hause gibt es ja auch immer wieder Situationen in denen dein Kind weint. Warum sollte es das im Flugzeug nicht dürfen? Eine Freundin sagte zu mir „wir haben schon viele Kinder in Flügen weinen gehört, jetzt dürfen unsere auch mal weinen.“ Recht hat sie, oder? Lass dich einfach nicht verunsichern, was andere denken, wenn dein Kind weint. Auf den 22 Stunden Flug nach Australien hat unsere 13 Monate alte Tochter auch geweint. Mir war das (überraschenderweise, muss ich zugeben), so egal, was die anderen jetzt denken und darüber bin ich wirklich froh. Solange du selber ruhig bleibst, lässt sich doch auch dein Kind schneller beruhigen.

Trotz der mentalen Ruhe, solltest du aber speziell für den Flug schon ein paar Kleinigkeiten in der Reiseplanung mit Kindern beachten. Wie ich unsere Langstreckenflüge nach Australien geplant habe, kannst Du hier lesen.

Am Flughafen

Das tolle am Flughafen mit Kindern war immer eine „Vorzugsbehandlung“. Wir durften so gut wie immer die langen Schlangen passieren und hatten dadurch kaum Wartezeiten. Das ist klasse, wenn man mit Kindern reist!
Denk daran jegliche Babynahrung beim Sicherheitscheck aus den Taschen zu nehmen und separat in eine Kiste zu legen. Ja, ja ich weiß, ist eh klar, oder? Dachte ich auch, und trotzdem hatte ich beim letzten Flug etwas übersehen und damit 20 Minuten Verzögerung in Kauf genommen, weil alles nochmal extra extra gründlich durchsucht und gescannt wurde.
Gib bei der Einreise im Zielland an, wenn du Nahrungsmittel dabei hast, auch wenn es (nur) Babynahrung ist. Sicher ist sicher und du vermeidest damit weitere Unannehmlichkeiten.

6. Organisatorisches

Aktuelle Reisedokumente für alle Reisenden sind eigentlich obligatorisch, trotzdem gibt es Unterschiede. Die meisten Länder akzeptieren den deutschen Kinderreisepass bei der Einreise, aber nicht alle. Für manche Länder müssen auch die Kleinsten schon einen richtigen (teuren 🙁 ) Reisepass haben. Informiere dich frühzeitig über die Einreisebestimmungen in deinem Zielland, damit noch genügend Zeit bleibt für neue Ausweise.

Brauchst du ein Visum? Wie lange ist es gültig? Wer kann es erstellen? Meistens lässt sich ein Visum relativ einfach online beantragen. Du erhältst dann die Bestätigung per Mail oder direkt im Browser und solltest sie sicherheitshalber ausdrucken.
Ich hab immer Kopien unserer Ausweise dabei. Die werden in einer anderen Tasche / Rucksack verstaut, als die Originale. Manche speichern diese Kopien auch in der Cloud, damit sie dann online unterwegs im Notfall darauf zugreifen können. Obwohl ich ja auch die Technik bevorzuge, ist mir an dieser Stelle doch das Papier lieber. Wer weiß, ob ich in dieser Situation dann ausgerechnet Onlinezugang habe, wenn ich die Dokumente benötige?

Eine Liste mit den wichtigsten organisatorischen Dingen und was es alles zu Packen gibt, habe ich in meiner individualisierbaren Urlaubsliste zusammen gestellt. Herunterladen und an dich anpassen.

Keep cool!

Abschließend kann ich sagen, Ruhig bleiben, ist entscheidend in allen Planungs- und Reisesituationen! Ich darf das sagen, weil ich – trotz aller guten Vorsätze – auch nicht immer die Ruhe in Person bin.

Schreib doch kurz im Kommentar, wie deine Reiseplanung mit Kindern aussieht?

 

 

Titelbild Quelle Pixabay

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