Beim Durcharbeiten meiner E-mails fällt mir heute im Xing Newsletter für Wirtschaft und Management mal wieder das Thema „Frauen in Führungspositionen“ und Frauenquote ins Auge. Ohne die Diskussion und die verschiedenen Standpunkte durchzulesen bin ich bei dem Thema schon wieder leicht genervt. Na ja, eigentlich bin ich ziemlich wütend.

Ich muss mir jetzt das einfach mal von der Seele schreiben, was mir dazu unter den Nägeln brennt. Solltest du eine ähnliche Meinung wie ich teilen, freue ich mich sehr, wenn du den Inhalt teilst.

Wir Frauen wollen die Frauenquote!

Es sieht doch immer so aus, als ob wir Frauen diese ***** Frauenquote unbedingt wollen. Wer kam den ursprünglich überhaupt auf diese Idee? Hat sich Einer oder Eine der Initiatoren denn schon mal über die Konsequenzen dieser irrsinnigen Forderung Gedanken gemacht? Haben wir Frauen uns schon über die sich daraus ergebenden Konsequenzen Gedanken gemacht?

Wir Frauen sind unfähig es alleine zu schaffen

Genau diese Botschaft vermitteln wir doch damit! Unterstützt uns, wir brauchen eine Frauenquote, damit wir in den Unternehmen auch Frauen in Führungspositionen haben. Alleine sind wir UNFÄHIG, also helft uns doch bitte, sonst schaffen wir es nicht! Wir wollen auch tolle Jobs und im Führungskreis des Unternehmens mitsprechen dürfen.

Was ist eine solche Position für eine Frau im Management dann noch wert?

Wie hoch wird den die Akzeptanz der Kollegen im Management sein, wenn du oder ich als Frau in ihrem Kreis sitzen. Wir sitzen bei ihnen. Aber nicht, weil sie uns aus eigenem Interesse zu sich geholt haben. Nein, wir sind hier, weil das Unternehmen die Frauenquote erfüllen muss!

  • Können wir da überhaupt selber auf unseren Erfolg und unsere Karriere stolz sein?
  • Wie groß wird die Akzeptanz der anderen Kollegen im Management uns gegenüber sein?
  • Wer kann es den Mitarbeiter verübeln, wenn sie hinter vorgehaltener Hand über die Frau tuscheln, die es nur in die Position geschafft hat, weil die Quote noch nicht erreicht wurde?

Egal wie offen oder verdeckt. Der Unterton und die Schwingungen, dass wir nur die Quotenfrauen sind, wird immer da sein.

Seien wir doch mal ehrlich zu uns selber. Welche Frau möchte unter diesen Bedingungen eine Führungsposition? Danke! Ich passe! 

Ist uns das alles egal?

Warum kämpfen wir nicht dafür! Warum stehen wir nicht auf und sagen „WIR WOLLEN UND WIR BRAUCHEN KEINE FRAUENQUOTE IN DEUTSCHLAND!“

Anderweitig setzen wir uns selber herab! Wir haben das nicht nötig!

Unternehmen müssen schon viel genug Quoten und Gesetze erfüllen, die sie nicht aus eigenem Interesse verfolgen, sondern widerwillig, weil es eben gesetzlich gefordert ist. Genauso weit sind wir dann mit der Frauenquote.

Lasst die Männer auf ihren Chefsesseln!

Ist das die logische Konsequenz, wenn wir von einer Frauenquote absehen?

NEIN, das kann es nicht sein und das darf es nicht sein. Wie überall ist auch eine ausgewogene Mischung zwischen weiblichen und männlichen Chefs wohl die beste Alternative!

Was jetzt? Frauen in Führungspositionen aber keine Frauenquote!

So wie wir jetzt unterwegs sind, wird das aber einfach nicht klappen. Ich sag nicht, dass ich nicht für Chef Frauen bin. Natürlich befürworte ich das aus vollem Herzen. Ich bin auch der Meinung, dass wir viel mehr Frauen in Führungspositionen brauchen, aber eben nicht auf diese Tour.

Das „Problem“ gehört doch an der Ursache behandelt und nicht an der Auswirkung. Aber das ist mal wieder typisch deutsch, oder? Stellen wir uns doch einfach mal eine Straßenkreuzung vor, an der sich die Unfälle häufen. Sogar richtig schwere Unfälle. Wir stellen das zehnte „Achtung“ und „langsam fahren“ Schild auf. Aber wir sind nicht bereit etwas weiter und tiefer zu gehen und die Ursache gerade zu ziehen und anstatt der gefährlichen Kreuzung einen Kreisverkehr zu bauen.

Schräger Vergleich? Finde ich gar nicht. Wir müssen uns doch fragen, warum keine oder so wenig Frauen in Führungspositionen tätig sind.

Wir sind qualifiziert und fachlich top ausgebildet

An der Qualifikation liegt’s mit Sicherheit nicht. Wir Frauen stehen in Sachen Aus-, Weiterbildung und Studienabschluss den männlichen Kollegen in Nichts nach. Wir machen einen tollen Job und leisten gute Arbeit. Aber letztendlich läuft es doch immer auf das selbe Thema hinaus. Am Ende geht es für uns Frauen immer um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Karriere vs. Familie

Viele von uns entscheiden sich bewusst gegen eine weitere Karriere solange die Kinder klein sind und wählen die Familie. Wir müssen uns entscheiden. Sehr selten gibt es bisher die Lösung, die Karriere und Familie gleichermaßen unterstützt. Hier müssen wir doch ansetzen.

  • Awareness bei den Unternehmen und ihnen Möglichkeiten aufzeigen, an die sie selber noch gar nicht gedacht haben
  • Den gesellschaftlichen Wandel weiter treiben, der auch die Väter weiter in den Mittelpunkt der Familie bringt und damit ein Gleichgewicht zwischen Mama und Papa in der Kinderbetreuung bewirkt.
  • Je weiter sich auch die jetzigen Führungskräfte, also die Väter in die Familie integrieren, umso größer wird der „Leidensdruck“ in den Unternehmen, Lösungen zu finden, die Familie und Karriere ermöglichen.

Immer wieder lese ich von Unternehmen, die hier Vorbildliches geschafft haben. Sie schaffen für junge Eltern ganz neue Möglichkeiten um Job und Familie zu vereinbaren. Kennst du ein ein tolles Beispiel, dann freue ich mich darüber in einem Kommentar.

Neue Wege und gesellschaftlicher Wandel ABER KEINE FRAUENQUOTE

Ich bin überzeugt, dass sich mit diesen und weiteren Ansätzen die Quote der Frauen in Führungspositionen ganz von alleine regelt. Eine gute und qualifizierte Frau schafft es auch ohne Frauenquote bis an die Spitze!

Davon bin ich überzeugt! Mädels, wir können das und wir brauchen keine Frauenquote!

 

Frauen in Führungspositionen - Wir brauchen keine Frauenquote!

 

Und falls jemand auf den Gedanken kommen sollte: Nein, ich schreibe diesen Artikel nicht, weil ich neidisch bin auf Frauen in Führungspositionen. Ich habe meine Erfahrung in einer Führungsposition machen dürfen und dafür bin ich dankbar. Es war eine gute Zeit, ich habe sehr viel gelernt und mich auch persönlich weiter entwickeln dürfen.

Die Entscheidung für die Familie nach langem für und wider war ganz bewusst und ich habe es nicht bereut. Aus vielen Gründen! Auch wenn ich mit meinem derzeitigen Leben glücklich bin, ärgert mich die Diskussion um diese sinnfreie Frauenquote doch ungemein.

 

Wie denkst du über die geforderte Frauenquote in den Unternehmen?

Teilst du meine Meinung oder bist du dafür, dass wir den weiblichen Anteil in Führungspositionen durch vorgegebene Quoten erhöhen sollen? Ich freue mich dazu über deine Meinung in einem Kommentar!

 

 

Veröffentlicht am Kategorien Karriere, Mama

10 Comments

  1. nina 1. August 2017 at 12:20

    huhu

    ich halte gar nichts von frauenquoten, einfach ais dem grund, dass einr frau, die aufgrund einer quote eingestellt wird, offensichtlich nicht die beste fuer den job ist.
    wirklich gute frauen setzen sich durch.
    genauso wie sich ungeeignete maenner nicht durchsetzen.

    ich kenne genug frauen in fuehrungspositionen, die es ohne die quote geschafft haben (es arbeiten dort naemlich mehr frauen in solchen positionen als es die quote erfordert).

    und wer tatsaechlich lieber einen mann einstellt, weil er ein mann ist, statt der qualifizierteren frau, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

    und ganz ehrlich? wer will schon da arbeiten, wo er/sie gar nicht erwuenscht ist?

    liebe gruesse
    nina

    1. Regina 1. August 2017 at 13:16

      Hi Nina,

      schön, dass du das auch so siehst. Ich stimme Dir voll und ganz zu. Auch ein unqualifizierter Mann wird es nicht bis an die Spitze schaffen. Da hast du recht!
      Ich hoffe, unsere Stimme wird bei der ewigen Diskussion auch mal gehört!

      LG Regina

  2. Martina von Jolinas Welt 1. August 2017 at 17:15

    100% deiner Meinung. Ich hätte meinen Weg auch ohne Frauenquote gemacht und wäre vielleicht heute eine der wenigen Bankdirektorinnen. Direkt nach der Ausbildung saß ich plötzlich als 21 jährige mit i Bereichsleiter- und Vorstandssitzungen. Und dann kamen Angebote, damals brauchte der Osten Deutschlands dringend Know How, dann kamen Angebote aus Luxemburg ich wollte das gar nicht und damals war von keiner Quote die Rede. Heute bin ich glücklich als Mutter und Bloggerin zu Hause, tausend mal geiler als Geld von A nach B zu schaufeln und wer will schafft es auch, muss aber gut sein. Kleine Bemerkung am Rande. Ich hatte immer lieber männliche „Untergebene“ als weibliche, die Männer machten was ich sagte, die Frauen zickten erst rum und stellten meine Person und Fähigkeit in Frage und warum ausgerechnet sie jetzt diese Arbeit machen muss, boahhh, deshalb schaffen es Frauen nicht, und wären Männer so, dann bräuchten wir ne Männerquote für jammernde Männer ohne Erfolg

    1. Regina 1. August 2017 at 18:06

      Liebe Martina,

      wow, das klingt nach einer tollen Karriere! Und ich verstehe dich voll und ganz, dass du dich trotz dieser Chance für Familie entschieden hast.

      Und du hast recht, meistens ist es einfacher mit Männer zusammen zu arbeiten, als mit Frauen. Da bin ich auch ganz froh, dass ich in der IT und Security Branche eher in einer Männerdomäne tätig bin. Mit den wenigen Frauen, auf die man hier trifft, lässt es sich dann aber ganz gut zusammen arbeiten.

      Es freut mich, dass ich nicht alleine die Meinung vertrete, dass wir keine Frauenquote brauchen. Gute Frauen schaffen es immer!

      LG Regina

  3. Birgit 2. August 2017 at 21:16

    Ich teile voll und ganz deine Meinung und bin froh diesen artikel entdeckt zu haben!

    Mit genügend Kompetenz schafft man es auch ohne Frauenquote in Führungspositionen. Ganz klar!

  4. Lina 2. August 2017 at 23:54

    Da hast du wirklich recht! Guter Beitrag! Jemand der gut ist schafft es auch ohne Frauenquote!
    Liebe Grüße,
    Lina von linalawnista

  5. Jacqueline 3. August 2017 at 1:39

    Liebe Regina

    Einen echt tollen Bericht!!! Danke Dir!

    Ich bin da ganz Deiner Meinung!

    Hab einen schönen Abend!

    xoxo
    Jacqueline

  6. Simone Orlik 3. August 2017 at 16:10

    Ich glaube, die Unternehmen heute brauchen viel mehr Teilzeit-Modelle, die beide Partner in die Pflicht nehmen. Das können zum Beispiel 2 Mal 30 Stunden-Modelle sein. Nicht gut ist, dass einer der beiden Partner meistens profitiert und der andere Partner hinten runterfällt. Ein weites Feld…

    VG Simone

    1. Regina 3. August 2017 at 16:14

      Liebe Simone,

      danke für dein Feedback. Ja, das stimmt. Teilzeitmodelle müssen viel mehr Akzeptanz bekommen und nicht nur als „Hausfrauen-Nebenjob“ angesehen werden.
      Wobei derjenige, der Vollzeit arbeitet ja nicht wirklich profitiert. Er verliert dadurch sehr viel Familienzeit.

      LG Regina

  7. Katta 3. August 2017 at 19:39

    Ich halte ebenso nichts von Frauenquoten und glaube auch nicht an die Idee. Frauen die höhere Positionen anstreben, werden auch ganze ohne die Quote ihre Weg machen!

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