Mir kommt es vor, als komme ich gerade vom Flughafen zurück, mit unserem australischen Au pair Mädchen im Gepäck. Es ist, als sei sie gerade angereist, aber nein, es sind schon wieder zwei Wochen vergangen. Zeit für einen ersten Zwischenbericht. Wie ist das Leben als Gastfamilie mit unserer Nanny.

 

Wir sind jetzt also eine Gastfamilie. Ja, genau. Das ging alles recht schnell. So richtig überlegt, was auf uns zu kommt haben wir nur bedingt. Eigentlich wussten wir ja auch nicht, ob und wie sich unser Leben eventuell ändern würde. Eine zusätzliche Person im Haus wirkt sich natürlich auf das Zusammenleben aus. Davon zu profitieren und für alle das beste daraus zu machen ist die Herausforderung.

Zwischen Schottland und Deutschland

Die ersten 14 Tage waren ziemlich abwechselnd für uns alle. Der Grund dafür war allerdings nicht allein die Ankunft von Jess, sondern auch unser geplanter Tripp nach Schottland. Da wir diesen schon vorher gebucht hatten, bevor wir von der Ankunft unseres Au pair Mädchens überhaupt wussten, haben wir sie kurzerhand einfach mitgenommen. Im Nachhinein stellte sich das sogar als sehr gut heraus. So waren wir alle fünf auf unbekanntem Terrain und niemand hatte quasi einen „Heimvorteil“. Also, falls du über Nanny oder Au pair nachdenkst, dann gleich mal über ein paar Tage „Familienauszeit“ nachdenken!

Quality Time mit Au pair Mädchen und Gastfamilie

Zudem hatten wir auch viel Zeit in entspannter Atmosphäre – fernab von Arbeit und Hektik – gemeinsam verbracht. Das kann ich nur empfehlen. Waren die Kinder die ersten Tage noch etwas scheuer und zurückhaltender, haben sie ihre Jess während dieser Tage in der Ferne voll ins Herz geschlossen.

Begonnen beim gemeinsamen Frühstück, über gemeinsame Ausflüge und abends das Ritual beim zu Bett gehen. Wir haben viel hochwertige Zeit zusammen verbracht. Zwei Nachmittage war ich mit den Kindern allein in Edinburgh unterwegs und sie fragten schon ständig nach Jess. Was sie macht und wann sie wieder kommt. Diese neu gewonnene Zuneigung bekundeten sie dann auch ganz lieb beim Gutenachtkuss, denn sie nach einigen Tagen einforderten.

Der Alltag mit australischer Nanny

So richtig hat der Alltag noch nicht wieder begonnen. Papa hat noch die letzten Tage Urlaub und mit Vatertag und Brückentag, sind wir mit den vielen freien Tage etwas aus dem Trott.

Sehr schön finde ich das gemeinsame Frühstück – wobei ich mich an die Kombination aus Tee mit Milch erst gewöhnen musste 😃 Aber ich bleib trotzdem bei meinem morgendlichen Kaffee.

Ansonsten war die letzten Tage, seit unserer Rückkehr aus Schottland auch immer was geboten. Am Feiertag fuhr Jess mit „den Tanten“ nach Österreich zu einer Pferdemesse, ein anderes mal waren wir eine kleine Tour wandern und heute hat sie uns zum Kindergottesdienst begleitet. Ich hab ein wenig Sorge, dass es ihr zu langweilig wird, wenn dann morgen der Alltag wieder beginnt (bis er von den restlichen Mai- und Junifeiertagen wieder unterbrochen wird).

Ein neues Familienmitglied

Aus meiner Sicht hat die Integration in die Familie sehr gut geklappt. Zum Glück ist Jess nicht schüchtern. Sie passt sich super an unseren Tagesrhythmus an, geht aber trotzdem ihren Weg. Das macht es wirklich einfach, mit ihr zusammen zu leben. Wenn mir mal gerade kein Mittag- oder Abendessen planen, kommt sie auch ganz gut selber zurecht. Ach ansonsten packt sie im Haus mit an, beim Spülen, Kochen, Unkraut jäten oder staubsaugen. Ich hab fast schon ein wenig ein schlechtes Gewissen.

Die Kinder lieben unser Au Pair Mädchen

Wie ja schon angesprochen, die Kinder sind begeistert von Jess. Sie haben sie richtig ins Herz geschlossen und hängen schon sehr an ihr. Mit ihrer offenen und freundlichen Art weiß sie bestens mit den Kids umzugehen. Ihre bisherige Tätigkeit als Erzieherin kommt ihr hier sicherlich entgegen. Sie hat auch unglaublich viel Geduld und ist immer liebenswürdig zu den Kindern. Sie spielen, toben und haben trotz Sprachbarriere viel Spaß gemeinsam.

Toll finde ich, dass ihr die Kinder inzwischen auch schon alleine bleiben. Paul und Jess haben letztens gemeinsam Cookies gebacken. Ich war verblüfft, dass wir fast zwei Stunden nichts gehört haben. Das ist schon ein sehr großes Lob an Jess, wenn Mama und Papa im Haus sind, aber kein einziges mal gerufen werden.

 

Erfahrungsbericht nach 2 Monaten mit australischem Au pair Mädchen

Jess und Paul verstehen sich inzwischen blendend.

 

Und wie läuft das mit den zwei verschiedenen Sprachen?

Wie Jess auf ihrem Blog schreibt. Sie spricht englisch, die Kinder sprechen deutsch und irgendwie klappt’s schon. Inzwischen hab ich auch den Eindruck, dass sie schon manche Begriffe in den Sätzen wieder erkennen und deren Bedeutung wissen. Wir fordern sie auch immer wieder auf, ihre Wünsche an das Au pair Mädchen in englisch zu formulieren. Meistens versuchen sie es auch zu wiederholen – auch wenn das Ergebnis ein Kauderwelsch ist. Aber immerhin, sie versuchen es!

Auch Jess hat sich schon an einige bayerische Ausdrücke der Kinder gewohnt, wie sie auf ihrem Blog beschreibt. Ich finde den Bericht von ihr äußerst gelungen! So herzhaft hatte ich schon lange nicht mehr gelacht. Man muss ja auch dazu sagen, dass die bayerische Sprache von der deutschen genauso weit weg ist, wie die englische. Unsere Nanny ist auch jederzeit bemüht ihre deutsch Kenntnisse aufzubessern und lernt fleißig Wörter und Sätze.

 

Und wie kommen Mama und Papa mit der Sprache zurecht? Mir kommt’s die meiste Zeit so vor, als wäre mein englisch komplett vergessen. Die nahe liegenden Wörter wollen mir nicht in den Sinn kommen. Der Versuch, die richtige Grammatik, die richtige Zeit zu verwenden scheitert meines Empfindens permanent. So schlecht hatte ich mein englisch gar nicht in Erinnerung. Durch die vielen, vielen Gedanken, blockiere ich mich meistens selber, ein vernünftiges Ergebnis heraus zu bekommen.

Zum Glück ist Jess eine tolle Lehrerin. Ich frag sie permanent aus, wie sie dies und das nennt und welche Formulierung am passendsten für welche Situation ist. Das ist echt ein Luxus, auf diese Art und Weise englisch lernen zu können. Aber wir lernen Aussie-Englisch 🙂 Ein großer Unterschied zum britisch englisch, wie wir schon des Öfteren feststellen mussten.

Gastfamilie und Au pair Mädchen auf Zeit

Zwei Wochen sind vergangen und damit auch schon ein viertel unserer gemeinsamen Zeit. Der Abschied wird schwer fallen, vor allem für die Kinder, dass ist jetzt schon klar.

Ich freue mich, auf die nächsten gemeinsamen Wochen mit Jess in unserer Familie und hoffe, dass wir ihr noch viel zeigen und ermöglichen können, so lange sie hier ist. Und natürlich hoffe ich, dass unser Englisch am Ende der gemeinsamen Zeit um einiges besser geworden ist!

Erfahrungsbericht nach 2 Monaten mit australischem Au pair Mädchen

 

Lesetipp!

Unbedingt Jess‘ Blogbeitrag über Ihre Eindrücke bei uns lesen! Kann ich sehr empfehen!

 

Veröffentlicht am Kategorien Familie

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