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Kuba mit Kindern – Ausflug an die Schweinebucht / Playa Girón

Seien wir mal ehrlich, wer stellt sich unter der kubanischen Schweinebucht einen schönen Karibikstrand vor? Perfekt zum Schnorcheln und entspannen, ursprüngliche Natur, Krokodile und noch viel mehr, was man mit dem Namen überhaupt nicht in Verbindung bringen würde.

Ein Ausflug nach Playa Giron / Schweinebucht?

Mir ging es jedenfalls so. Als ich zum ersten mal davon hörte, einen Ausflug in die Schweinebucht zu machen, dachte ich nur, oh mein Gott, was wollen wir denn da? Wir sind mit Kindern in Kuba unterwegs. Wollen wir hier einen einen Tag lang einen historischen Ort besuchen, an dem die Amerikaner 1961 ihre Schlacht verloren haben? Ich hab mir irgendwas unter diesem Ort vorgestellt, aber nicht das, was wir dann letztendlich erlebt haben.

Karibikküste, Natur und viele Tiere

Schon vorweg, kann ich einen Ausflug mit Kindern in Kuba an die Playa Giron empfehlen? Ja, auf jeden Fall! Die Gegend ist schön und abwechslungsreich. Wir haben wirklich viel erlebt an diesem Tag.

Wir sind etwas unsicher, ob wir einen organisierten Tagestrip an die Schweinebucht mit kleinen Kindern wagen sollten. Generell bevorzugen wir ja eher unabhängiges Reisen. Wir wollen aber nicht mit einem Mietwagen allein quer durch Kuba fahren. Also entschließen wir uns dafür, den Ausflug zu machen. Wie zu erwarten sind wir die einzigen mit kleinen Kindern im Bus. Oh je, die „Blicke“ sind beim Einsteigen schon auf uns gerichtet….

Unterwegs nach Süden

Von der Nordküste aus sind wir ca. 2 Stunden mit dem Bus unterwegs, bis wir unser erstes Ziel – ein Naturschutzgebiet – erreichten. Geplant ist ein Besuch in einer Krokodilfarm. Während wir am Ticketschalter warten, posiert Paul schon für’s Foto vor einer über-lebensgroßen Krokodilstatue. Er kann’s gar nicht mehr erwarten, die Krokodile zu sehen. Nach ein paar Minuten müssen wir ihn leider enttäuschen. Die kubanische Organisation hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt geht’s erst mal auf’s Schnellboot.

Halbinsel Zapata

Wir fahren zur Halbinsel Zapata und besuchen dort die Villa Guama. Na ja, Villa ist eigentlich ein falscher Begriff. Das ganze ist eigentlich eine Hotelanlage, mit vielen kleinen Holzhäusern, die auf Stelzen im Wasser gebaut sind. Die Anlage ist einem Indianerdorf nachempfunden und wurde für Touristen entsprechend aufbereitet. In einem Holzhaus wird ein Ritual nachgestellt und wir erhalten beim Betreten eine indianische Gesichtsbemalung. Die Begeisterung der Kinder darüber hält sich allerdings in Grenzen 🙂 Bevor es wieder zurück geht, haben wir ganz im Manier einer Kaffeefahrt noch die Möglichkeit an den Souvenirläden was zu kaufen. Wir entschließen uns für eine frische Kokosnuss und schlürfen den leckeren Saft.

Kuba Playa Giron

Die Anlage selber, bzw. den Teil der Anlage, den wir sehen, ist nett. Als „Muss-Punkt“ einer Reise würde ich es allerdings nicht bezeichnen. Die Natur und die Umgebung sind allerdings wunderschön.

Kuba Playa Giron

Krokodilfarm

Wieder zurück kommen wir endlich zu den Krokodilen. Die Farm ist eigentlich gar nicht so groß. Zu Beginn sehen wir ein paar kleinere Exemplare. Wie unser Guide uns erklärt sehen wir „auf der linken Seite die Babys“ (er spricht von den Krokodilen). Alles dreht sich nach links und blickt auf eine – gerade mal wieder – zornige und schreiende Mathilda, was zur Erheiterung der ganzen Gruppe beiträgt. Mathilda findet es allerdings gar nicht witzig und plärrt weiter.

Wir kommen recht schnell zu einem großen abgegrenzten Bereich, in dem die ganz großen Krokodile sein sollten. Wir umkreisen den kleinen See und können leider kein einziges sehen, was zu einiger Enttäuschung führt. Aber wir haben mal wieder nicht bis zum Schluss gewartet. Ganz am Ende des Rundwegs treffen wir wahrscheinlich auf alle Krokodile, die sich im Wasser hier tummeln. Toll, dass wir die Gelegenheit haben, noch einen Blick auf diese beeindruckenden Tiere zu werfen.

Kuba Playa Giron
Ziemlich beeindruckend sind die großen Krokodile in der Krokodilfarm für die Kinder.
Kuba Playa Giron
Das obligatorische Knuddelkrokodil für’s Foto. Auch wenn ich solchen Aktionen sehr kritisch gegenüber stehe, haben wir hier trotzdem ein Foto gemacht.

Schnorcheln und Entspannen an der Karibik

Nach der Mittagspause am Karibikstrand (was mich vom Ambiente ziemlich stark an’s Essen in Israel erinnert hat) geht’s zum Schnorcheln. Theoretisch zum Schnorcheln. Bei uns geht nur Peter mit Flossen und Taucherbrille ins warme Karibikmeer an der Schweinebucht. Für die Kinder habe ich natürlich Sandspielzeug eingepackt. Allerdings gibt’s hier nur einen Steinstrand, aber unsere Kids sind ja flexibel. Auch Steine kann man umgraben und in den Eimer füllen. Sie sind glücklich und beschäftigt, während Papa die Unterwasserwelt erkundet. Mama nutzt die Zeit, um sich Gedanken zu machen, welchen Cocktail sie an der Bar nehmen soll. Immer diese schweren Entscheidungen!

Plötzlich ruft Paul, er hat einen Krebs gesehen. Ich bin überrascht, den letzten Krebs, den er gesehen hatte, war vor einem halben Jahr in Australien. Aber er hat recht, unter den Steinen haben sich tatsächlich Krebse (sogar recht große Krebse) versteckt. Ich bin begeistert, dass er sie gleich wieder erkennt.

Naturschutzgebiet Matanzas

Nach der „Kuba Karibik-Pause“ und einem Cocktail geht’s weiter zur letzten Station des heutigen Tagestripps an die Schweinebucht. Wir wollen das grosse Naturschutzgebiet noch während einer weiteren Bootsfahrt erleben. Die Fahrt dahin ist mehr als interessant. Wir kommen an vielen kleinen Orten vorbei und erhalten dabei einen klitzekleinen Einblick in das Leben dort „am Land“. Schade, dass wir nicht anhalten und den Leuten dort etwas abkaufen können oder ihnen etwas mitgeben können. Am meisten bewegt hat mich ein Spielplatz, an dem wir vorbei gekommen sind. Aus Metallteilen und altem Eisen zusammen gebaut, schon verrostet und viele Teile zerbrochen. Es macht mich unglaublich traurig, das zu sehen.

Die Bootsfahrt war allerdings beeindruckend. Vor allem die Landschaft, die sich uns geboten hatte durch das Naturschutzgebiet. So viele Mangroven hatte ich zuletzt in Mexiko gesehen. Relativ schnell veränderte sich allerdings das schöne Wetter und wird bald zu einem heftigen Regen. Ziemlich nass kommen wir wieder zurück. Aufgrund des warmen Wetters ist das aber nicht wirklich schlimm.

Kuba Playa Giron
Mit dem Boot durch das Naturschutzgebiet.

Ein abwechslungsreicher Tag mit vielen Eindrücken

Alles in allem war es ein abwechslungsreicher Tag. Die Kinder waren auch wirklich brav, obwohl es ein anstrengender Tag mit vielen Eindrücken an der Schweinebucht für sie war. Zurück im Hotel fallen die beiden sofort in tiefen Schlaf. Wir haben damit gerechnet, dass nach den vielen Eindrücken gar nicht an Schlaf zu denken ist. Umso besser, so lassen wir den Abend noch mit einem gemütlichen Abendessen zu zweit ausklingen, während die Kids in Ruhe schlummern.

Überlegst du, Playa Giron bei deinem Kuba Besuch mit Kindern zu entdecken?

Wir können es empfehlen. Landschaftlich ist es auf jeden Fall interessant, das große Naturschutzgebiet im Bezirk Matanzas zu sehen. Sicherheitshalber solltest du aber Mückenschutz im Gepäck haben. Wir wurden glücklicherweise davon verschont. Das Naturschutzgebiet ist aber mit den vielen Sumpfgebieten ein beliebter Ort für Mücken. Kinderwagen sollte bei Kleinkindern auch dabei sein. Am besten ein Buggy, der sich klein machen lässt, so kann er auch gut auf’s Schnellboot.

Falls du es wagen möchtest, selbständig, also ohne organisierte Reise- oder Ausflugsgruppe mit der Familie den Bereich zu entdecken ist das auf jeden Fall eine tolle Sache. Nimm dir Zeit und pack ein paar Mitbringsel für die Leute dort ein. Die Natur und die Menschen die dort leben, sind es auf jeden Fall wert, sich Zeit zu nehmen.

Bist du schon in Matanzas gewesen? Wie waren deine Erfahrungen und Eindrücke? Was hat dir besonders gefallen?

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Hi, ich bin Regina und bin gern unterwegs. Bei uns zu Hause und in der ganzen Welt. Inzwischen sind bei unseren Ausflügen und Reisen zwei Kinder mit dabei. Auf dastoa schreibe ich meine Erfahrungen, Empfehlungen und Reisetipps sowie über den alltäglichen Familienwahnsinn.

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