Reisebericht

Unterwegs in Havanna mit Kindern

Los geht’s! Endlich sind wir in Kuba angekommen! Heute morgen starten wir gleich mit den Kindern, um die zwei Millionen Einwohner Stadt Havanna zu entdecken. Wir sind schon gespannt was uns erwartet! Einen Plan, um die Stadt zu erkunden haben wir heute nicht. Nur ein Stadtplan mit ein paar grob markierten Zielpunkten und mein Lieblingsreiseführer (von Vis-à-Vis Kuba *) im Gepäck.

Havanna mit Kindern

Unsere Privatunterkunft in der Altstadt von Havanna liegt keine hundert Meter vom Meer entfernt. Daher ist das Meer natürlich unser erstes Ziel am Sonntag morgen. Weiter geht’s entlang am Wasser, vorbei am Castillo de San Salvador de la Punta, hinein in die Paseo de Martí – einem breiten, sehr schönen Fußgängerweg. Wir schlendern gemütlich Richtung Parque Central.

Leider finden wir dort keinen Spielplatz. Trotzdem suchen wir uns einen schattigen Platz für eine kleine Pause und werden auch gleich von einem jungen Mann angesprochen.
Wir unterhalten uns ein wenig und er erzählt uns, das heute ein besonderer Tag in Havanna ist und wenn wir Zigarren kaufen möchten, dann hätten wir noch eine knappe Stunde Zeit, diese heute für die Hälfte des Preises kaufen zu können. Er erklärt uns kurz, wo der Verkauf statt findet. Wir wollten natürlich ein paar Zigarren mitnehmen, sind aber nicht versessen darauf, diese gleich heute zu kaufen, aber wenn wir daran vorbei kommen, warum nicht mal rein gehen.

Zu wenig Geschenke für die Einheimischen

Als der Mann weg ist, dauert es keine Minute, bis eine ältere Frau sich neben uns setzt und uns fragt, ob wir Duschgel oder Shampoo dabei haben. Freundlich und wie ich finde auch nicht aufdringlich. Jetzt habe ich ein richtig schlechtes Gewissen, da wir nichts im Gepäck haben. Ich habe so lange im Voraus überlegt, was wir mitnehmen sollten für die Leute hier, aber jetzt hatten wir nichts dergleichen in unserem Rucksack. Ich biete ihr das Päckchen Feuchttücher an, das ich gerade für die Kids bereit halte. Zum Glück ist sie auch darüber dankbar. Trotzdem hätte ich ihr gerne mit mehr geholfen.

Kleines Kinderprogramm

So, jetzt aber weiter. Es parken zwei Hop-On Hop-Off Busse am Park. Aber wir schaffen es nicht mal die 50 Meter bis dahin, bevor wir schon wieder angesprochen werden, von einem älteren Herrn. Mit seiner Hilfe finden wir einen Spielbereich für Kinder mit vielen Hüpfburgen, Spielhäusern und anderen Spielen. Eintrittspreis pro Kind pro Stunde 45CUC – was grob umgerechnet 45 Euro wären – beim besten Willen, das wäre der Spielplatz sicherlich nicht wert. Entsetzt über diesen Horror Preis fragen wir zwei mal nach. Beim zweiten mal verschwindet die Angestellte und kommt kurz später wieder und möchte 3 CUC pro Kind pro Stunde. Ok, das ist ja durchaus in Ordnung. Also kommen die Kids doch noch auf ihre Kosten.

Währung für Einheimische und Touristen

In der Bäckerei gegenüber gibt’s zwei verschiedene Arten von Weißbrot. Wir entscheiden uns für die Brötchen und bekommen das Wechselgeld in der Einheimischen Währung CUP heraus. In Kuba gibt es für die Touristen eine eigene Währung. Somit kann die Preisgestaltung für Einwohner und Touristen unterschiedlich gestaltet werden. Letztendlich haben uns die vier (sehr großen) Brötchen ein paar Cent gekostet. Für einen Euro hätten wir in CUP ca. 90 Brötchen bekommen!

So viel haben wir inzwischen gesehen und sind auch schon ziemlich weit gelaufen. Jetzt steigen wir endlich in den Sightseeing Bus und lassen uns durch die Stadt fahren. Ich hatte mir noch ein paar Punkte aufgeschrieben, die mit Kindern in Havanna als Ziele geeignet wären. Mit dem Bus kommen wir sogar daran vorbei und können entscheiden, ob wir aussteigen oder nicht.

Kaffee-Zeit

Kaffee-Zeit! und für die Männer wäre jetzt ein Eis nicht schlecht. Wir finden an mehreren Shop-Aushängen Nestle Plakate mit der Eis-Auswahl. In der ersten Kühltruhe finden wir nur einen 500ml Becher mit Vanille-Eis, also gehen wir weiter. Schnell wird klar, dass wir in keiner anderen Kühltruhe etwas anderes finden werden – trotz des umfangreichen Angebots auf den Eis-Plakaten. Also entscheiden sich Peter und Paul gemeinsam für einen halben Liter Eis aus dem Becher. Die nächste Überraschung wartet bereits – es gibt keinen Löffel in dem Geschäft. Also suchen wir weiter, bis wir endlich einen Shop finden, der Eis UND Plastiklöffel verkauft. Zum Glück werden wir irgendwann mal fündig. Der Verkäufer ist schon etwas genervt von uns, da wir mindestens 3 Mal nachfragen, ob er auch wirklich einen Löffel hat 🙂

Oldtimer Rundfahrt

Die Stadtrundfahrt in einem echten Oldtimer ist natürlich ein Muss Punkt bei einem Havanna Besuch. Wir erfahren auch recht schnell, was es mit China-Town auf sich hat. Wir hatten schon das große Tor zu China-Town gesehen, allerdings fiel uns sonst nichts chinesisches drum herum auf. Das liegt daran, wie wir uns sagen liessen, dass in ganz Kuba nur ein Prozent der Bevölkerung Chinesen sind. Aber immerhin gibt es ein China-Town in der Stadt.

Was hat mir am besten gefallen?

Natürlich eine sehr subjektive Antwort. Am schönsten fand ich persönlich die Gasse Calle del Obispo und das drum herum. Im Gegensatz zu anderen Ecken, die wir gesehen haben, ist es hier schön, es gibt viele schöne Cafés und einen kleinen hübschen Park an einem Ende.

Auch sehr schön und belebt ist die Paseo de Martí. Hier fanden sich dann auch einige Verkäufer mit ihren Waren ein und haben abwechslungsreiche Sachen verkauft.

Und auf jeden Fall zu erwähnen ist die Kinderfreundlichkeit. Vor allem in der Casa, in der wir in Havanna mit Kindern übernachtet haben, waren die Leute so lieb und nett zu den Kleinen.
Aber auch allgemein, egal wo wir hin kamen, war die Reaktion auf die Kinder super freundlich und zuvorkommend.

Die andere Seite

Wir haben aber auch die nicht so schönen Ecken der Stadt gesehen. Gerade in der Altstadt ist man schon nach ein, zwei Kreuzungen in einem ganz andern Viertel. Was wir hier teilweise gesehen haben, hat mich unglaublich erschüttert. Der Schweinskopf auf dem Gehweg war nicht das Ekelhafteste was wir gesehen haben. Bauschutt, Müll und alles mögliche auf den Straßen. Die Geschäfte, Apotheken, Friseurläden, Gemischtwaren,… – Einblicke, die für uns undenkbar sind.
Jeder dieser Einblicke ist für mich auch ein Stück Dankbarkeit, wie gut es uns geht und in welchem Luxus wir leben.

Touristenabzocke

Wir wurden ja des Öfteren von Einheimischen angesprochen, was soweit auch ganz in Ordnung war. Allerdings wurde uns erst später bewusst, dass manche in Sachen Touristenabzocke recht gut organisiert sind.
Der erste Mann, der uns im Park angesprochen hatte, hat einige Male nachgefragt, wie unsere Privatunterkunft den hieße. Ich hatte die Information zum Einen wirklich nicht im Kopf, zum Anderen hätte ich sie aber auch nicht gesagt. Das geht mir dann doch etwas zu weit. Ich sagte irgendwann nur den Namen der Straße, damit er mit dem Fragen aufhörte. Der zweite Mann, der uns ansprach begann sein Gespräch, indem er darauf verwies, dass er uns heute Morgen gesehen hatte, da er Nachbar unserer Unterkunft sei in der Straße San Lazaro. Jetzt im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass er definitiv kein Nachbar war. Hätte ich vorher gesagt, wie unsere Unterkunft heißt, hätte er sicherlich gesagt, er sei Nachbar dieser Casa.

Immer wieder dieselbe Masche

Ich finde es etwas schade, dass ein paar wenige Leute den Eindruck der Touristen so prägen. Natürlich spricht das nicht für alle, aber diese Masche, dass heute ein besonderer Tag sei und wir irgendwas zum halben Preis bekommen, haben wir nicht nur ein Mal gehört. Beim zweiten Mal, haben wir dann gleich dankend abgelehnt.

Was mir sonst noch wichtig ist

Bevor wir nach Kuba flogen, bekamen wir teilweise zu hören, dass Bekannte nie mehr nach Kuba fahren würden. Schon gar nicht mit den Kindern, weil es dort unhygienisch ist und auch das Thema Essen schwierig sein kann.
Wir haben uns darüber natürlich unsere Gedanken gemacht. Letztendlich sind wir dann doch zum Schluss gekommen, dass es wohl Leute gibt, denen nicht ganz klar ist, was es bedeutet, in andere Länder zu fahren.

Wir durften inzwischen schon einige Länder bereisen und haben immer wieder dasselbe Fazit getroffen. Bisher fanden wir kaum ein Land, dass an Standards, Luxus und Hygiene an Deutschland heran kommt. Wer sogar mit dieser Einstellung in die USA fliegt, wird sicherlich an manchen Orten Überraschungen erleben.

Auf den Punkt

Was möchte ich also damit sagen? Wer reist und unter Reisen nicht nur ein vier Sterne All Inclusive Ressort versteht, dem sollte bewusst sein, dass in Sachen Luxus und gewohnten deutschen Standards in vielen Ländern Abstriche zu erwarten sind. Sicherlich ist das für viele nicht die Art von Urlaub, die sie machen möchten. Im Urlaub auf den gewohnten Luxus zu verzichten. Das ist in Ordnung. Es sollte einfach jedem VOR der Reise bewusst sein, was jeder einzelne von seinen Urlaubstagen erwartet und wie er sie verbringen möchte – mit oder ohne Kinder.

Wie es sein kann, dass jemand in ein Land wie zum Beispiel Kuba fährt und anschließend zurück kommt mit der Aussage, da fahre ich nicht mehr hin, weil es so weit weg ist von unseren deutschen Standards, kann ich allerdings nicht verstehen.

Erfahrungen und Empfehlungen

Weitere Erfahrungen und konkrete Empfehlungen für Havanna mit Kindern findest du im Artikel „Mit Kindern in Havanna – Erfahrungen und Empfehlungen“.

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Hi, ich bin Regina und bin gern unterwegs. Bei uns zu Hause und in der ganzen Welt. Inzwischen sind bei unseren Ausflügen und Reisen zwei Kinder mit dabei. Auf dastoa schreibe ich meine Erfahrungen, Empfehlungen und Reisetipps sowie über den alltäglichen Familienwahnsinn.

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